Botanischer Garten Kiel

Das Nebelwaldhaus

Im Nebelwaldhaus des Botanischen Gartens Kiel sind Pflanzen aus den Hochgebirgslagen der Tropen zu sehen. An den Hängen tropischer Gebirge ziehen sich immergrüne Wälder empor. In höheren Lagen herrscht jedoch ein ganz anderes Klima als im Tieflandregenwald. So fallen in diesen Gebirgsregenwäldern zwar auch reichlich Niederschläge, die Jahresmitteltemperatur ist aber vergleichsweise deutlich niedriger und beträgt in einer Meereshöhe von 2500 Meter lediglich 16° Celsius. Der Temperaturgang ist gleichfalls extremer, sowohl täglich als auch im Jahresmittel. Die Luftfeuchte erreicht hingegen um die 90 Prozent. So bildet sich hier eine charakteristische Vegetation aus. Die Baumschicht ist deutlich niedriger als im Tiefland, es dominieren Baumfarne und die epiphytisch wachsenden Pflanzen sind besonders zahlreich vertreten. Nebelwälder bilden erkennbar mehr Unterholz aus als tropische Tieflandregenwälder. Ihre Krautschicht ist sehr artenreich. Diese Bergnebelwälder zählen zu den am meisten gefährdeten Landökosystemen der Erde. Das Nebelwaldhaus beherbergt eine Vielzahl von Farnarten, die in den tropischen Bergregenwäldern beheimatet sind.

Kennzeichnend für das Nebelwaldhaus sind gemäßigte Temperaturen und hohe Luftfeuchte. Das sind die idealen Wachstumsbedingungen für die hier beheimateten Pflanzenarten. Außer den Farnpflanzen, von denen natürlich unsere hochwüchsigen Baumfarne (Dicksonia und Cyathea) besonders ins Auge fallen, sind auch Blütenpflanzen zu sehen. Prägnant sind die Bärte des Louisianamooses, einer Tillandsienart (Tillandsia usneoides) des pazifischen Amerika oder die Panamahut-Palme Carludovica palmata.

Aber auch der Riesenschachtelhalm (Equisetum giganteum) ist eine beeindruckende Erscheinung. Er stammt aus Südamerika und ist dort in den tropischen oder subtropischen Regionen von Nordchile bis Mittelamerika anzutreffen. Er wird bis zu 6 Meter hoch, seine Triebe erreichen dabei einen maximalen Durchmesser von 4 Zentimeter. Der Riesenschachtelhalm ist zwar zusammen mit Equisetum myriochaetum mit Abstand die größte Schachtelhalmart auf unserem Planeten, aber er erreicht lange nicht die Größe der ausgestorbenen Arten, aus denen unsere Steinkohle entstanden ist. Diese Schachtelhalme hatten eine Höhe von bis zu 30 Meter und waren verholzt!

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