Botanischer Garten Kiel

Das Mediterranhaus

Das Mediterranhaus ist den Pflanzen aus den sogenannten Winterregen-Gebieten der Erde gewidmet. Klimatisch zeichnen sich diese Regionen durch mediterrane Bedingungen, also warm-trockene Sommer und feucht-kühle Winter aus. Dementsprechend ist das Mediterranhaus im Botanischen Garten Kiel ein Kalthaus mit Sommertemperaturen von 15-30°C und Wintertemperaturen, die nachts bis auf 5-10°C absinken können. Im Sommerhalbjahr dient es häufig unseren Veranstaltungen.

Geographische Schwerpunkte des Hauses sind das Mittelmeergebiet und die Kanarischen Inseln, das südafrikanische Kapland und die Hartlaubzonen Kaliforniens, Süd-Chiles und Australiens. Besonders auffallende Pflanzengruppen des Hauses sind Banksia, Hakea und andere Proteengewächse, Eucalyptus-Arten, südamerikanische Sophora und Cordyline sowie mittelmeerische Charakterpflanzen wie die Korkeiche Quercus suber oder der Johannisbrotbaum.

Viele Pflanzen der Winterregengebiete zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen aus, der als würzig-aromatischer Duft beim Betreten des Hauses wahrgenommen werden kann (z.B. Lorbeer, Eukalyptus, Myrte).

Die Wasserpflanzenbecken (Aquarien) ergänzen das Sumpf- und Wasserpflanzenspektrum im Victoriahaus, in dem untergetauchte Pflanzen weniger gut darstellbar sind als in Aquarien. Die Zierfische, Garnelen und Schnecken in diesen Aquarien beleben zwar das Bild ungemein und tragen zur Ökologie dieser winzigen Lebensräume bei, doch gilt das Augenmerk bei der Gestaltung ganz den Pflanzenarten, unter denen besonders Vertreter der typischen Wasserpflanzen-Familien Hydrocharitaceae (Gattung Vallisneria) und Alismataceae (Gattung Echinodorus) zahlreich vorhanden sind. Von Familien und Gattungen mit Land- und Wasserpflanzen sind untergetauchte Araceen (Cryptocoryne) und Amaryllidaceen (Crinum) vertreten. An die fein zerteilten Blätter des Tausendblattes (Myriophyllum) erinnern Doppelgänger aus anderen Familien mit feinzerteilten Unterwasserblättern wie Limnophila und Hydrotriche (Plantaginaceae). Weitere untergetaucht wachsende Pflanzen anderer Familien (z.B. Acanthaceae, Aponogetonaceae, Lythraceae) sind hier ebenfalls vertreten.

Im Mediterranhaus ist eine Gruppe von Kamelien ausgepflanzt, die von Dezember bis Februar eine außerordentliche Blütenfülle entfaltet. Camellia japonica wächst als sehr langlebiger, immergrüner Strauch oder kleiner Baum und erreicht in ihrer Heimat Wuchshöhen von 1,5 bis 6 (selten bis 11) Meter. Unsere Exemplare sind rund 60 Jahre alt und zwischen drei und vier Meter hoch.

Die sehr kurz gestielten Blüten stehen einzeln oder paarweise in den Blattachseln. Ihre sechs bis sieben (bei manchen Sorten auch mehr) ei- bis verkehrt eiförmigen Blütenkronblätter sind weiß, rosa bis rot. Die vielen unbehaarten Staubblätter sind 2,5 bis 3,5 cm lang; sie können zu Blütenkronblättern umgezüchtet werden. Man nennt sie dann petaloid. In Ostasien reicht die Blütezeit von Januar bis März; die Kamelien-Sorten blühen in Kultur im Spätwinter bzw. Frühjahr.

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