Botanischer Garten Kiel

Das Tropenhaus

Blick in das Tropenhaus Im großen Tropenhaus des Botanischen Gartens Kiel wird eine reiche Sammlung tropischer Pflanzen kultiviert. Dabei besteht die gärtnerische Kunst nicht nur in der Kultur der vielen Arten mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen, sondern auch in der richtigen Balance zwischen wuchernder Wildnis und Kontrolle. Das Tropenhaus in Kiel unterscheidet sich wie das Victoriahaus von anderen Gewächshäusern durch seine hohe Durchschnittstemperatur und den hohen Luftfeuchtegrad. Es wird aufgrund dieser Eigenschaften auch als Warmhaus bezeichnet. Das Tropenhaus ist Heimat für viele Pflanzen und einige Tiere, die ein tropisches oder subtropisches Klima für ihr Gedeihen brauchen. Seit dem 19.Jahrhundert hat der Botanische Garten Kiel Tropengewächse, doch das Tropenhaus in seiner jetzigen Gestalt ist das größte Gebäude mit künstlich angelegtem Ökosystem. Zur optimalen Bewässerung, Beregnung und Belüftung der Anlage muss eine eigene Steuerung eingerichtet werden. Unsere Besucher haben die Gelegenheit, auf angelegten Wegen das künstliche Ökosystem eines Regenwaldes zu durchschreiten und die Zusammenhänge genauer kennenzulernen.
Das Tropenhaus mit rund 18 Meter Höhe und etwa 800 m² Grundfläche vermittelt dem Besucher den Eindruck sich mitten in einem Dschungel zu befinden. Die Zusammensetzung ist dabei einmalig: Tropenpflanzen aus Afrika, Mittel- und Südamerika und Asien sind versammelt.

Epiphyten, Lianen, Palmen, Bananen, Orchideen, darunter auch die nutzbare Vanille, Kakao, Maniok und andere Nutzpflanzen der tropischen Regenwälder geben Studierenden und allen Besuchern einen tiefen Einblick in eine tropische Umgebung. Pfeilgiftfrösche, die mit Bromelien vergesellschaftet sind, erweitern den ökologischen Blick auf Zusammenhänge.

Im Tropenhaus wachsen Pflanzen aus den äquatorialen immerfeuchten, gleichwarmen Klimazonen

  • des Kongos,
  • Kameruns und
  • Gabuns,
  • Madagaskars,
  • des indo-malayischen Tieflandes nebst der Inselwelten,
  • Mittelamerikas,
  • sowie des südamerikanischen Amazonas/Orinoko-Beckens.

 

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Das Nebelwaldhaus

Im Nebelwaldhaus des Botanischen Gartens Kiel sind Pflanzen aus den Hochgebirgslagen der Tropen zu sehen. An den Hängen tropischer Gebirge ziehen sich immergrüne Wälder empor. In höheren Lagen herrscht jedoch ein ganz anderes Klima als im Tieflandregenwald. So fallen in diesen Gebirgsregenwäldern zwar auch reichlich Niederschläge, die Jahresmitteltemperatur ist aber vergleichsweise deutlich niedriger und beträgt in einer Meereshöhe von 2500 Meter lediglich 16° Celsius. Der Temperaturgang ist gleichfalls extremer, sowohl täglich als auch im Jahresmittel. Die Luftfeuchte erreicht hingegen um die 90 Prozent. So bildet sich hier eine charakteristische Vegetation aus. Die Baumschicht ist deutlich niedriger als im Tiefland, es dominieren Baumfarne und die epiphytisch wachsenden Pflanzen sind besonders zahlreich vertreten. Nebelwälder bilden erkennbar mehr Unterholz aus als tropische Tieflandregenwälder. Ihre Krautschicht ist sehr artenreich. Diese Bergnebelwälder zählen zu den am meisten gefährdeten Landökosystemen der Erde. Das Nebelwaldhaus beherbergt eine Vielzahl von Farnarten, die in den tropischen Bergregenwäldern beheimatet sind.

Kennzeichnend für das Nebelwaldhaus sind gemäßigte Temperaturen und hohe Luftfeuchte. Das sind die idealen Wachstumsbedingungen für die hier beheimateten Pflanzenarten. Außer den Farnpflanzen, von denen natürlich unsere hochwüchsigen Baumfarne (Dicksonia und Cyathea) besonders ins Auge fallen, sind auch Blütenpflanzen zu sehen. Prägnant sind die Bärte des Louisianamooses, einer Tillandsienart (Tillandsia usneoides) des pazifischen Amerika oder die Panamahut-Palme Carludovica palmata.

Aber auch der Riesenschachtelhalm (Equisetum giganteum) ist eine beeindruckende Erscheinung. Er stammt aus Südamerika und ist dort in den tropischen oder subtropischen Regionen von Nordchile bis Mittelamerika anzutreffen. Er wird bis zu 6 Meter hoch, seine Triebe erreichen dabei einen maximalen Durchmesser von 4 Zentimeter. Der Riesenschachtelhalm ist zwar zusammen mit Equisetum myriochaetum mit Abstand die größte Schachtelhalmart auf unserem Planeten, aber er erreicht lange nicht die Größe der ausgestorbenen Arten, aus denen unsere Steinkohle entstanden ist. Diese Schachtelhalme hatten eine Höhe von bis zu 30 Meter und waren verholzt!

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Das Mediterranhaus

Das Mediterranhaus ist den Pflanzen aus den sogenannten Winterregen-Gebieten der Erde gewidmet. Klimatisch zeichnen sich diese Regionen durch mediterrane Bedingungen, also warm-trockene Sommer und feucht-kühle Winter aus. Dementsprechend ist das Mediterranhaus im Botanischen Garten Kiel ein Kalthaus mit Sommertemperaturen von 15-30°C und Wintertemperaturen, die nachts bis auf 5-10°C absinken können. Im Sommerhalbjahr dient es häufig unseren Veranstaltungen.

Geographische Schwerpunkte des Hauses sind das Mittelmeergebiet und die Kanarischen Inseln, das südafrikanische Kapland und die Hartlaubzonen Kaliforniens, Süd-Chiles und Australiens. Besonders auffallende Pflanzengruppen des Hauses sind Banksia, Hakea und andere Proteengewächse, Eucalyptus-Arten, südamerikanische Sophora und Cordyline sowie mittelmeerische Charakterpflanzen wie die Korkeiche Quercus suber oder der Johannisbrotbaum.

Viele Pflanzen der Winterregengebiete zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen aus, der als würzig-aromatischer Duft beim Betreten des Hauses wahrgenommen werden kann (z.B. Lorbeer, Eukalyptus, Myrte).

Die Wasserpflanzenbecken (Aquarien) ergänzen das Sumpf- und Wasserpflanzenspektrum im Victoriahaus, in dem untergetauchte Pflanzen weniger gut darstellbar sind als in Aquarien. Die Zierfische, Garnelen und Schnecken in diesen Aquarien beleben zwar das Bild ungemein und tragen zur Ökologie dieser winzigen Lebensräume bei, doch gilt das Augenmerk bei der Gestaltung ganz den Pflanzenarten, unter denen besonders Vertreter der typischen Wasserpflanzen-Familien Hydrocharitaceae (Gattung Vallisneria) und Alismataceae (Gattung Echinodorus) zahlreich vorhanden sind. Von Familien und Gattungen mit Land- und Wasserpflanzen sind untergetauchte Araceen (Cryptocoryne) und Amaryllidaceen (Crinum) vertreten. An die fein zerteilten Blätter des Tausendblattes (Myriophyllum) erinnern Doppelgänger aus anderen Familien mit feinzerteilten Unterwasserblättern wie Limnophila und Hydrotriche (Plantaginaceae). Weitere untergetaucht wachsende Pflanzen anderer Familien (z.B. Acanthaceae, Aponogetonaceae, Lythraceae) sind hier ebenfalls vertreten.

Im Mediterranhaus ist eine Gruppe von Kamelien ausgepflanzt, die von Dezember bis Februar eine außerordentliche Blütenfülle entfaltet. Camellia japonica wächst als sehr langlebiger, immergrüner Strauch oder kleiner Baum und erreicht in ihrer Heimat Wuchshöhen von 1,5 bis 6 (selten bis 11) Meter. Unsere Exemplare sind rund 60 Jahre alt und zwischen drei und vier Meter hoch.

Die sehr kurz gestielten Blüten stehen einzeln oder paarweise in den Blattachseln. Ihre sechs bis sieben (bei manchen Sorten auch mehr) ei- bis verkehrt eiförmigen Blütenkronblätter sind weiß, rosa bis rot. Die vielen unbehaarten Staubblätter sind 2,5 bis 3,5 cm lang; sie können zu Blütenkronblättern umgezüchtet werden. Man nennt sie dann petaloid. In Ostasien reicht die Blütezeit von Januar bis März; die Kamelien-Sorten blühen in Kultur im Spätwinter bzw. Frühjahr.

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Das Subtropenhaus

Die Subtropen sind eine klimatische Übergangszone der Erde zwischen den Tropen und den gemäßigten Zonen. Sie zeichnen sich durch trockene Sommer und milde, regenreiche Winter aus. Im Subtropenhaus des Botanischen Gartens Kiel zeigen wir eine reiche Sammlung von Nutzpflanzen aus dieser Klimazone, wie Zitrusgewächse, Kaffee und Tee, Kapern, Baumwolle und Sesam, Passionsfrucht und Mate. Dieses Schauhaus beherbergt auch viele Exemplare unserer Cycadeen-Sammlung (Palmfarne), die zu den lebenden Fossilien gehören. Das Mittelbeet ist einer unserer geographischen Spezialsammlungen gewidmet, der Flora der Atlantischen Inseln (Kanarische Inseln, Kapverdische Inseln, Madeira und anderen auf dem Mittelatlantischen Rücken entstandenen Eilanden). Hier wachsen Drachenbäume, Kanarenkiefer, Aeonium- und Monanthes-Arten, die Kanarische Glockenblume Canarina canariensis, die im Dezember blüht, Echium-Arten und Retama. Aber auch Begonien, Peperomien und Sansevierien sind im Subtropenhaus untergebracht.

Über der Tür zum Mediterranhaus rankt Bougainvillea, ein durch seine stachelbewehrte Borke auffallender Kapokbaum steht im Zentrum des Hauses und zusammen mit der Zwergpalme Chamaerops humilis erweckt die Pflanzenwelt in der angenehm feuchten Luft des Subtropenhauses bei denjenigen Besuchern, die auf der Parkbank ein wenig verweilen, oft die Illusion, sich in einer Bergregion der Passatzone zu befinden.

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Das Amerikahaus

Das Aridhaus Amerika ist den Pflanzen aus den Trockenregionen Nord-, Mittel- und Südamerikas, insbesondere den Halbwüsten und Wüsten, gewidmet. Klimatisch handelt es sich also um ein Kalthaus, das sich ganzjährig durch hohe Tages- und relativ niedrige Nachttemperaturen (im Winter 5-10°C), bei geringer Luftfeuchte von etwa 30% auszeichnet.

Es fallen sofort beim Betreten die eindrucksvollen Kugel- und Säulenkakteen sowie die mächtigen Agaven auf. Die konsequente geographische Beschränkung auf einen Erdteil wird durch die zonierte Bepflanzung noch unterstützt.

Die in niederschlagsarmen Gebieten wie Wüsten und Halbwüsten, auf trockenen Felsfluren und in Grasländern gedeihenden Pflanzen nennt man Xerophyten. Sie wenden verschiedene Methoden an, um auch lange Trockenperioden zu überstehen. Einige überziehen ihre Blätter mit einer derben, ledrigen Haut, um so die Verdunstung stark herabzusetzen. Andere speichern das bei Regenfällen kurzzeitig verfügbare Wasser in fleischig-saftigen Geweben und werden daher als Sukkulenten (Saftpflanzen) bezeichnet. Als Wasserspeicher dienen je nach Art Wurzeln, Stämme und Blätter. Wurzelsukkulenten sind selten, während Stamm- und Blattsukkulenten häufig vorkommen. Bei den Stammsukkulenten gibt es Formen, die das kostbare Nass nur im knollig verdickten Stamm oder Fuß speichern, während andere den gesamten Spross mit Haupt- und Seitenästen als Wasserreservoir nutzen.

In den Sukkulentenlandschaften der Neuen Welt herrschen die Kakteen (Cactaceae), Agaven, Schopfbäume der Gattungen Dasylirion und die Elefantenfußpflanze Nolina (Familie Asparagaceae) sowie einige Dickblattgewächse (Crassulaceae) der Gattungen Echeveria, Dudleya und Sedum vor. Sie sind teils in geographischen Gruppen (Mexiko, Anden, südöstliches Südamerika) und teils in Themengruppen gepflanzt. Mittelpunkt einer Schaugruppe von Kakteen mit unterschiedlichen Wuchsformen sind die rund 120 Jahre alten Goldkugelkakteen (politisch korrekt für Schwiegermuttersitz) (Echinocactus grusonii). Diese Art wurde erst 1885 in Mexiko entdeckt.

Als „Urkakteen“ werden die noch mit deutlich entwickelten Blättern versehenen, strauchigen oder baumförmigen Laubkakteen der Gattung Pereskia bezeichnet. Pereskia grandifolia, ein Großblättriger Laubkaktus, blüht vom Spätfrühling bis in den Herbst hinein direkt hinter der Tür am Subtropenhaus. Die Gattung wurde von Charles Plumier nach dem Franzosen Nicolas-Claude Fabri de Peiresc benannt. Pereskia aculeata ist ein Schlinger, der rechts an der Glaswand emporwächst. Er blüht in Kiel nur in wenigen Jahren. Die Dornbüschel in den Blattachseln sowie der Blütenbaus verraten eindeutig die Zugehörigkeit der Pereskien zur Familie der Kakteengewächse.

Die prägnantesten Pflanzen dieser Familie sind die behaarten Säulen der Gattungen Selenicereus und Espostoa im Mittelbeet. An den Säulen der Cereus erscheinen regelmäßig weiße Blüten, die sich in der Abenddämmerung öffnen. Die Säulen der Kandelaberkakteen sind ebenso wüstentypisch, wie die weitverzweigten Achsensysteme der Opuntien.

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Das Afrikahaus

Das Aridhaus Afrika ist den Pflanzen aus den Trockenregionen Afrikas, insbesondere den Halbwüsten und Wüsten, gewidmet. Klimatisch handelt es sich also um ein Kalthaus, das sich ganzjährig durch hohe Tages- und relativ niedrige Nachttemperaturen (im Winter 5-10°C), bei geringer Luftfeuchte von etwa 30% auszeichnet.

Bei den im Aridhaus Afrika kultivierten Pflanzen handelt es sich vor allem um Bewohner extrem niederschlagsarmer Standorte. Sie werden als Xerophyten bezeichnet und zeichnen sich durch vielfältige Anpassungen aus, die sie dazu befähigen, lange Trockenzeiten zu überdauern.

Eine der häufigsten und in verschiedenen Familien zu beobachtenden Anpassungen ist die Ausbildung von fleischig-saftigen Geweben, die als Wasserspeicher dienen. Wegen ihrer besonderen Bauweise werden diese Pflanzen auch als Saftpflanzen (= Sukkulente) bezeichnet. Als Wasserspeicher können die Wurzeln, häufiger aber die Stämme und Blätter dienen. Die Kakteen (Familie Cactaceae) aus Amerika sind die bekanntesten Vertreter der Sukkulenten. Daneben kann Sukkulenz aber auch bei den Aloen (Fam. Asphodelaceae), sowie bei Mittagsblumen- (Fam. Aizoaceae), Wolfsmilch- (Fam. Euphorbiaceae) u.a. Familien beobachtet werden. Eine stammsukkulente Vitacee, der Butterbaum Cyphostemma currorii, ist eine der großen Besonderheiten aus diesen Lebensräumen, die wir im Botanischen Garten Kiel kultivieren. Die Vertreter dieser Art sind in ihrer Größe einzigartig und so in kaum einem anderen Botanischen Garten der Welt zu finden. Daher wurden diese Bäume als Motiv für das Logo des Botanischen Gartens ausgewählt und überragen in einer schmiedeeisernen Nachbildung das Tor des Haupteinganges.

Der hintere Teil des Gewächshauses zeigt Pflanzen aus den Dornbuschsavannen im Südwesten Madagaskars. Durch die frühe Trennung dieser Insel vom afrikanischen Kontinent haben sich auf Madagaskar ganz eigenständige Pflanzengruppen, wie etwa die dornigen Didiereaceen, entwickelt.

 

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Das Victoriahaus

Im Victoriahaus des Botanischen Gartens Kiel sind tropische Wasserpflanzen zusammen mit der wichtigen Vegetationseinheit, den küstenbefestigenden Mangroven, zu sehen. Darüber hinaus birgt dieses Schauhaus auch weltwirtschaftlich bedeutende Nutzpflanzen wie die Kokospalme, das Zuckerrohr (nebst Zuckerpalme), Reis, Papayas, Taro, Tamarinde u.a.

In den Sumpfbecken sind Wasserpflanzen, wie der Wassersalat (Pistia stratiotes, Aronstabgewächse), eine pantropische Wasserpflanze mit freischwimmenden Blattrosetten, zu sehen. Die aus dem tropischen Amerika stammende Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes, Wasserhyazinthengewächse) bildet frei schwimmende Teppiche und ist als Eindringling in anderen Weltgegenden zum Problem geworden, wo sie auf Kanälen den Bootsverkehr und auf Seen die Fischerei behindert. Zu den Farnpflanzen gehören die ebenfalls freischwimmenden Vertreter der Gattungen Salvinia und Azolla.

Die Hauptanziehungspunkte sind sicherlich die Riesenseerosen der Gattung Victoria, die dem Haus seinen Namen gaben, und weitere Seerosengewächsen wie Nymphaea lotus, die blaue Blume vom Nil. Victoriahäuser mit der berühmten Amazonas-Riesenseerose sind seit dem 19. Jahrhundert der Stolz jedes bedeutenden Botanischen Gartens. Sofern wir Samen der beiden einzigen existierenden Arten selbst ernten können oder von anderen Gärten bekommen, werden abwechselnd Victoria amazonica vom Amazonas und Orinoco und Victoria cruziana aus dem Parana-Flußgebiet gezeigt. Die Entwicklung vom Samen bis zur ausgewachsenen Pflanze mit ihren kuchenblechförmigen, auf der Unterseite gerippten und bewehrten Schwimmblättern, die bei uns im Sommer über zwei Meter Durchmesser erreichen können, dauert fünf bis sechs Monate. Die großen Blüten erscheinen regelmäßig, oft schon im Januar. Der Botanische Garten Kiel zählt zu den wenigen, denen es gelingt, die Victoria-Pflanzen auch über den Winter hindurch zu erhalten und dies sogar blühend!

Ein Anziehungspunkt sind sicherlich die Riesenseerosen der Gattung Victoria, die dem Haus seinen Namen gaben, und weitere Seerosengewächsen wie Nymphaea lotus, die blaue Blume vom Nil. Victoriahäuser mit der berühmten Amazonas-Riesenseerose sind seit dem 19. Jahrhundert der Stolz jedes bedeutenden Botanischen Gartens. Sofern wir Samen der beiden einzigen existierenden Arten selbst ernten können oder von anderen Gärten bekommen, werden abwechselnd Victoria amazonica vom Amazonas und Orinoco und Victoria cruziana aus dem Parana-Flussgebiet gezeigt. Die Entwicklung vom Samen bis zur ausgewachsenen Pflanze mit ihren kuchenblechförmigen, auf der Unterseite gerippten und bewehrten Schwimmblättern, die bei uns im Sommer über zwei Meter Durchmesser erreichen können, dauert fünf bis sechs Monate. Die großen Blüten erscheinen regelmäßig, oft schon im Januar. Der Botanische Garten Kiel zählt zu den wenigen, denen es gelingt, die Victoria-Pflanzen auch über den Winter hindurch zu erhalten und dies sogar blühend!

TitanenwurzDas Victoriahaus ist auch Standort der in Kiel bereits berühmten Titanenwurz (Amorphophalus titanum), im Volksmund auch "Stinkewurz" genannt. Diese Pflanze, die bei uns seit 2012 regelmäßig alle zwei Jahre zur Blüte kommt, hat im Jahr 2018 erstmals mit zwei Blütenständen gleichzeitig geblüht.

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Der Innenhof mit Insektivorenhaus

Im Innenhof der Schaugewächshausanlage finden Sie im Sommer zahlreiche Kübelpflanzen, stille Plätze zum Verweile am Teich mit Seerosen und Fleischfressenden Pflanzen. Letztere finden Sie jedoch auch im Anlehngewächshaus im Innenhof, dem Insektivorenhaus.

Kaum eine andere Pflanzengruppe weckt neben den Fleischfressenden Pflanzen so viel Interesse, und doch ist den meisten Besuchern nur wenig über die Lebensweise dieser Pflanzen bekannt. Weltweit gibt es mehr als 600 Pflanzenarten, die in der Lage sind, Insekten oder kleine Wassertiere zu fangen und zu verdauen. Den Pflanzen erlaubt diese zusätzliche Nahrungsquelle, an extrem nährstoffarmen Standorten zu überleben. Im neuen, vom Freundeskreis des Botanischen Gartens finanzierten Insectivorenhaus, das vom Innenhof aus zu besehen ist, können wir eine große Auswahl aus der Vielfalt dieser Ernährungskünstler zeigen. Zu sehen sind Arten aus Nordamerika, die bei uns auch ganzjährig im Freiland kultiviert werden können, südafrikanische Sonnentauarten, Arten der Tepuis in Venezuela bis hin zu tropischen Kannenpflanzen. Besehen Sie sich die Schlauchpflanzen (Sarracenia), die Kobrapflanze (Darlingtonia), oder auch die Venusfliegenfalle (Dionaea), mit ihren bekannten Klappfallen. Im Sommerhalbjahr sind im Teich im Innenhof der Schaugewächshäuser weitere Arten zu sehen, die in den Anzuchtshäusern überwintern, etwa große Sonnentauarten (Drosera) aus Südafrika. Die tropischen Kannenpflanzen (Nepenthes) sind auch im Tropenhaus zu finden. Wenigstens ein, zwei Mal im Jahr gibt es bei uns spezielle Führungen zu den Insectivoren.

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Das Lotus- und Gondwanahaus

Das Lotus- und Gondwanahaus befindet sich in der Nähe des Haupteingangs links vom gelben Weg direkt bei der Kieler Forschungswerkstatt. Das in drei Parzellen unterteilte, nur von außen einsehbare Gewächshaus vermittelt Ihnen in einer Parzelle einen Eindruck der Flora Gondwanas. Gondwana war der südliche Teil des Urkontinents Pangäa, aus dem später nicht nur die heutigen Koninente der Südhemisphäre, Südamerika, Afrika und Australien hervorgingen, sondern auch Indien, das durch die Kontinentalverschiebung schließlich in den asiatischen Kontinent prallte, eine Kollision, in dessen Folge sich der Himalaya auffaltete. Gondwana hatte eine enorme Landmasse mit vergleichsweise wenig Küstenlinien, so dass Pflanzen Anpassungen an Trockenheit entwickelten, die wir noch heute bei vielen Nachfahren dieser pflanzen finden. Gleich nebenan befindet sich eine Parzelle, in der wir Ihnen im Sommer Lotuspflanzen mit ihren eindrucksvollen Blüten zeigen.

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