Botanischer Garten Kiel

Unsere Mission - unsere Arbeit

Über 75% der Landfläche der Erde werden massiv durch den Menschen beeinflusst. Große Flächen werden für Landwirtschaft genutzt, andere für Siedlungen und Fabriken. Der Druck auf die biologische Vielfalt ist enorm, allein 20% der bekannten Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht, noch mehr als gefährdet eingestuft. Der Botanische Garten Kiel ist eingebunden in ein Netzwerk von Botanischen Gärten in aller Welt, die gemeinsam ca. ein Drittel dieser Vielfalt kultivieren. Zahlreiche der in Botanischen Gärten der Welt kultivierten Pflanzenarten sind in ihren natürlichen Lebensräumen bereits ausgestorben. Botanische Gärten tragen damit zur Sicherung der Grundlage bei, die ein (Über-)Leben der Menschen in einer lebenswerten Umwelt ermöglicht.

Botanische Gärten

  • entwickeln und verbessern Techniken zur Kultivierung und Vermehrung von Pflanzenarten, die in unserer Heimat oder anderswo in der Welt bedroht sind, weil zum Beispiele ihre Lebensräume vernichtet werden.
  • ermöglichen die  Erforschung heimischer und exotischer Pflanzen hinsichtlich ihrer Physiologie und Inhaltsstoffe. Immerhin sind über 50% unserer Arzneimittel pflanzlichen Ursprungs oder haben im Pflanzenreich ihre Vorlage.
  • bewahren mit den kultivierten Pflanzen deren Erbgut, das im Rahmen von Züchtungsprojekten zu verbesserten Nutzpflanzen führen kann, die robuster gegen Umwelteinflüsse, wie Schädlinge, Krankheiten, Dürre oder Hitze sind.
  • fördern das Erkennen der Bedeutung einer intakten Umwelt für das Überlebgen der Menschheit. Ein besonderes Anliegen sind uns hierbei Kinder und Jugendliche, die wir in Form von Führungen und Projektarbeit an die Faszination der Pflanzen- und Tierwelt heranführen. Kinder und Jugendliche werden morgen die Verantwortung für unseren Planeten tragen und sollten auf die Herausforderungen vorbereitet sein.
  • liefern Anschauungs- und Untersuchungsmaterial im Rahmen verschiedener Studiengänge an den Universitäten. In Kiel unterstützt der Botanische Garten Module in mehreren Studiengängen der Biologie und Agrarwissenschaften mit Pflanzenmaterial.
  • ermöglichen Forschung und Lehre nicht nur im Bereich der Pflanzenwissenschaften, sondern auch in anderen Instituten vor allem der naturwissenschaftlichen, geographischen und materialwissenschaftlichen Institute. Die Mitarbeiter des Garten unterstützen diese Arbeiten durch Bereitstellung von Anzucht- und Messflächen sowie durch Beratung der Wissenschaftler.

 

Weitere Aufgaben sind:

Nachhaltige Schädlingsbekämpfung mit Nützlingen im Botanischen Garten

Biologische Schädlingsbekämpfung beruht auf dem Einsatz von Lebewesen, die durch den menschlichen Eingriff die Population bestimmter anderer („schädlicher“) Tiere oder Pflanzen begrenzen. Hierbei wird meist auf Nutzorganismen zurückgegriffen, wie sie als natürliche Feinde der zu bekämpfenden Art vorkommen (Räuber, Schmarotzer und Krankheitserreger).

In Zusammenarbeit mit der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät wurde bereits Ende der 1990er Jahre der Einsatz von Nützlingen zur Schädlingsbekämpfung in der Schaugewächshausanlage etabliert. Seit dieser Zeit wurden keine chemischen Gifte mehr im öffentlichen Bereich der Gewächshäuser eingesetzt. Achten Sie einmal auf kleine, in den Pflanzen hängende Papiertütchen oder kleine Dosen. Diese dienen dem Ausbringen der Nützlinge, die sich von den Pflanzenschädlingen ernähren. Damit die Nützlinge in den Gewächshäusern eine Population bilden, müssen natürlich auch immer ausreichend Schädlinge vorhanden sein. In Idealfall stehen die Populationen von Pflanzenschädlingen und Nützlingen in einem stabilen Gleichgewicht.